Hypnose bei Angst, Phobien und Panikstörungen

Angststörungen, wie Ängste, Phobien oder Panikattacken gehören zu den an häufigsten auftretenden psychischen Störungen. Durch die Anwendung von Hypnose und Hypnotherapie lassen sich die Symptome der Angststörungen wirkungsvoll behandeln – wissenschaftlich belegt.

Das Gefühl der Angst kennt mit Sicherheit jeder Mensch. Angst sorgt dafür, dass vorausschauend handeln, Konsequenzen abwägen und Gefahren meiden. Nimmt die Angst jedoch ein übersteigertes Ausmaß an, kann sie für einen Menschen zum leidvollen Begleiter werden.

In der Kategorisierung der Angststörungen unterscheidet man vorrangig zwischen Phobien und anderen Angststörungen.

Bei einer Phobie die Angst ausschließlich oder überwiegend durch eindeutig definierbare Auslöser hervorgerufen wird. Häufige Phobien sind z. B.

  • Soziale Phobie (Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen),
  • Tierphobien, wie Spinnenphobie (Arachnophobie),
  • Agoraphobie (Platzangst, bzw. Angst in weiten Plätzen / Räumen oder Menschenmengen),
  • Klaustrophobie (Angst vor bzw. in geschlossenen Räumen / Angst keinen physischen Ausweg zu finden) oder
  • andere Phobien, wie Flugangst oder die Angst vor Spritzen


Bei den anderen Angststörungen sind die Auslöser der Angst oftmals ungerichtet. Das heißt das Auftreten der Angst ist nicht auf eine bestimmte Umgebung reduziert, ist spontan und tritt generalisiert und anhaltend auf. Oftmals geht die Angst mit Panikattacken einher. Treten diese Attacken wiederkehrend auf, spricht man von einer Panikstörung. Während einer Panikattacke treten vor allem physische Symptome, wie Herzrasen, Brustschmerz, Schwindel oder Erstickungsgefühle auf. Häufig auch in Kombination mit Kontrollverlust oder der Furcht zu Sterben.

Angst geht oftmals einher mit depressiven Verstimmungen oder Zwangssymptomen, wobei das ein oder andere stärker ausgeprägt sein kann.

In mehreren klinischen Studien wurde die Wirksamkeit der Hypnose bei Angststörungen wissenschaftlich belegt, z. B. bei Marks et al. 1968 sowie Melnick & Russell 1976 zum Thema Phobien, Benson et al. 1978 zum Thema generalisierte Angststörung oder die Studien von Spies 1979; Sapp 1991 sowie Zeyer et al. 1994 für den Bereich der Prüfungsangst.

2006 kam Erich Flammer in seiner der Studie „Die Wirksamkeit von Hypnotherapie bei Angststörungen“ zur folgenden Erkenntnis:

„Damit kann Hypnotherapie als wirksames bis hochwirksames Verfahren bei bestimmten Angststörungen gelten und zeigt sich im direkten Vergleich mit Verhaltenstherapie als genauso effektiv.“ (Quelle:  Prof. Dr. Revenstorf, Dirk: „Wissenschaftliche Anerkennung der Hypnotherapie“, nachzulesen unter https://dgh-hypnose.de/wissenschaftliche-anerkennung, zuletzt aufgerufen am 2. Jan. 2021).

Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie erkennt die Hypnotherapie als wissenschaftlich anerkennte Methode bei bestimmten Angststörungen an.

Das Erleben von Angstsymptomen ähnelt stark dem Trance-Erleben, welches bei einer Hypnose hervorgerufen wird. Starkes Angstempfinden führt häufig zur Dissoziation, also der Abspaltung von Gefühlen, Wahrnehmung, Gedächtnis und Bewusstsein und geht mit einem Gefühl der Zeitverzerrung oder „Tunnel-Blick“ einher. Gepaart mit starken physischen Begleiterscheinungen wird die Angst als negativer Zustand erlebt. Unter Hypnose erfolgt ebenfalls eine Dissoziation, nur mit positiven Begleiterscheinungen, wie Entspannung und Selbstwirksamkeit.

Menschen mit Angst sind also in der Regel gut empfänglich für hypnotherapeutische Strategien. Durch die Anwendung von Selbsthypnose können Angstphänomene vom Klienten selbst gezielt gesteuert werden. Menschen lernen also einen anderen Umgang mit der eigenen Angst kennen.

Ausgehend von der Annahme, dass Ängste nicht zufällig, sondern als Reaktion auf eine problematische, bzw. unverarbeitete Erfahrungen entstehen, ist das Ziel der Hypnose bei Angst, diese nicht „wegzuhypnotisieren“ (auszulöschen), sondern sie zu verstehen, um dann mit der Angst umgehen zu können.

In mehreren Sitzungen werden dazu folgende Aspekte bearbeitet:

  • Etablierung eines „angstfreien“, sicheren Orts, der vor allem zur Aktivierung vorhandener Ressourcen dient
  • Entspannungserleben und Einübung der Entspannung auch in angstbehafteten Situationen
  • Analyse und Verstehen der Angstsymptomatik, ihre Entstehung, Funktion und Bedeutung
  • Lösungsmöglichkeiten

Bei der hypnotherapeutischen Behandlung von Angst sollten mindestens 3 Sitzungen stattfinden. Je komplexer und langwieriger die Problematik, desto mehr Sitzungen sind empfohlen. Erste Veränderungen zeigen sich in der Regel schon nach wenigen Sitzungen. In einem Erstgespräch findet eine ausführliche Anamnese statt, die als Grundlage für den Therapieplan dient.